Geschichte Zottelstedt vor 1900

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Jahr Ereignis Quelle
??? Wie alles begann?
 
786
 
Im "Brevarium sancti Lulli"  (BVI), dem Güterverzeichnis des Klosters Hersfeld, wurde unser Ort unter dem Namen "Zotanestedte" erstmals erwähnt.
Das Güterverzeichnis ist durch eine Abschrift überliefert, die eine Neuredaktion vom Ende des 9. Jahrhunderts zur Quelle hatte. Es befindet sich in dem ältesten Hersfelder Kopialbuch liber de libertatibus locorum Hersfeldensium aus dem 12. Jahrhundert auf den Seiten fol. 33v – 35v. Das Kopialbuch wurde um 1150 geschrieben und ist heute nur noch in Fragmenten erhalten. Das Verzeichnis beginnt auf fol. 33v mit dem Satz:
“Incipit Breviarium sancti Lvlli archiepiscopi. Breve com(pendium) de illis rebus, que pertinent ad monasterium quod dicitur Herolfesfeld, quod construxit sanctus Lvllvs archiepiscopus Mog(untinus) in marca Hassorum in Bůchonia in ripa fluminis Fulda et tradidit domno imperatori Karolo.”

 

Breviarium Sancti Lulli, Tafel 1KURZES VERZEICHNIS VON JENEN GÜTERN, DIE ZUM KLOSTER GEHÖREN, WELCHES HERSFELD GENANNT WIRD, DAS DER HEILIGE LULL, DER MAINZER ERZBISCHOF, IN DER HESSEN-MARK IN BUCHONIEN AM UFER DES FULDAFLUSSES ERBAUT UND DEM HERRN KAISER KARL ÜBERGEBEN HAT.

 

Die zweite Tafel enthält Erwerbungen von Lullus und Schenkungen freier Personen bis zur Übergabe des Klosters an König Karl am Jahr 775. Einige Nachträge erfolgten bis zum Tod von Lullus im Jahr 786. Man geht daher bei diesem Besitz davon aus, dass er dem Kloster zwischen 755 und 786 übergeben wurde.

 

Viele Ortschaften in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Hessen, wie etwa Kölleda, Kirchscheidungen und Zottelstedt, wurden hier erstmals urkundlich genannt.

 

Das Breviarium Sancti Lulli stellt damit zusammen mit den Summarien des Codex Eberhardi für Hessen und Thüringen eine der wichtigsten Quellen der Karolingerzeit dar.

 

Aber!!!!
Es gibt auch heute noch ernstzunehmende Geschichtswissenschaftler, die die Abschrift das "Brevarium sancti Lulli"aus den Jahren um  1150  für eine Fälschung halten. Im Mittelalter war es nicht unüblich Dokumente zu fälschen, um seinen Herrn, seine Region mächtiger darzustellen oder um andere Vorteile zu erlangen. Die deutliche Mehrheit glaubt aber an die Echtheit.


Eigentlich hätten wir auf Grundlage dieses Dokuments im Jahre 1986 unsere 1200 Jahrfeier begehen können/müssen.
 

Aus Feierlust (Feiern im Dorf sind immer eine gute Sache) beschloss man 2011, wie viele Orte auf Basis des BSI (aber in deutlich bescheideneren Form als die 1100 Jahrfeier im Jahre 1976),  das 1225 Jubiläum zu feiern.

Im Jahre 2036 könnte man auf Basis dieser Abschrift aus dem Jahre 1150 und den geschilderten Schlussfolgerungen  wieder feiern --- das 1250. Jubiläum.
(ohjee - da wäre ich 87 - da geht die Post ab..egal ob über oder unter der Grasnarbe:-) - ich bin dabei....)

 

 

Aufbewahrung des Brevarium
sancti Lulli
im heutigen  
Staatsarchiv Marburg

hier eine Kopie

die Stelle mit unserem Ortsnamen habe ich hervorgehoben.

876 Die  1976 gefeierte 1100 Jahrfeier  mit der angenommene Ersterwähnung Zottelstedts im Jahr  876 war das wohl größte Fest in unserer Dorfgeschichte.

Basis ist hier 0.Dobeneckers, Regesta diplomatica necnon epistolaria historiae Thuringia, Bd.1(ca. 500-1152), Jena 1896 wo unter Nr. 246 die Urkunde. 874 Mai 18 erwähnt wird - aber auch hier steht Fälschung im Raum...

 

1976 wussten man nicht, bzw. die Archivare meinten sich nicht auf eine Abschrift einer Urkunde des Jahres 1150 berufen zu können, dass unser Dorf noch früher erwähnt wurde.


Es gibt auch heute noch ernstzunehmende Geschichtswissenschaftler, die die Abschrift, das "Brevarium sancti Lulli", aus den Jahren um  1150  für eine Fälschung halten und meinen, unsere Ersterwähnung bleibt bei 876.  Im Mittelalter war es nicht unüblich Dokumente zu fälschen, um seinen Herrn, seine Region mächtiger darzustellen oder um andere Vorteile zu erlangen.

09.06.1245 "Erzbischof Siegfried III von Mainz beurkundet, dass seine Getreuen Bertold und seine Brüder von Geisimar ihr Eigenthum in Zodenstete dem Kloster Heusdorf verkauft haben.
Geismar V. id. Jun. ponticatius nostri anno sexto docimo"

(Original in Dresden mit Thronsiegel)

Erzbischof Siegfried III. von Eppstein, ältestes Grabdenkmal im Mainzer Dom

Siegfried III. von Eppstein (* um 1194; † 9. März 1249 in Bingen), aus dem Geschlecht der Herren von Eppstein, war Erzbischof von Mainz und damit ex officio Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches.

Den Eppsteinern gelang im Spätmittelalter der Aufbau einer der bedeutendsten Adelsherrschaften in Hessen; sie waren bereits um 1200 reich begütert in Spessart, Taunus und Wetterau. Sie waren als Herren hochadlig und stellten im 13. Jahrhundert vier Mainzer Erzbischöfe.

 

Zum Erzbischof Siegfried III. von Eppstein,
-ältestes Grabdenkmal im Mainzer Dom

- Siegfried III. von Eppstein (* um 1194; † 9. März 1249 in Bingen), aus dem Geschlecht der Herren von Eppstein, war Erzbischof von Mainz und damit ex officio Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches.

Den Eppsteinern gelang im Spätmittelalter der Aufbau einer der bedeutendsten Adelsherrschaften in Hessen; sie waren bereits um 1200 reich begütert in Spessart, Taunus und Wetterau. Sie waren als Herren hochadlig und stellten im 13. Jahrhundert vier Mainzer Erzbischöfe.

 

 

Hier wird unser Ort in einer Urkunde (keine Abschrift, keine mögliche Fälschung; mit Thronsigel)  unter dem Namen Zodenstete erwähnt. 
Danach könnte man mit 100%iger Gewissheit  2045 unsere 800 Jahrfeier begehen.
 

1300

Erster bekannter Besitzer Zottelstedts war die Abtei Hersfeld (786).
Im 14. Jahrhundert teilten sich dann das Kloster Heusdorf und die Grafen von Orlamünde in den Besitz.
Danach nisteten sich die Vitzthume von Roßla in Zottelstedt ein. Teile eines Rittergutes sind noch vorhanden. Es war der Stammsitz derer „von Zottelstedt"

 
1313

Henr. Burgherr in Oßmannstedt (Azmestete) bekundet, dass er den Patronatsstreit der Oßmannstedter Kirche einem Schiedsgericht überlassen will und es sind hierzu ernannt seinerseits Theod., Vicepleban in Pfiffelbach (Phefilbech), und Theod. dictus Hedewigis noster castellanus und von der anderen Seite Theod. quondamprepositus in Cappelndorf und Heinr dictus Koytis (?) Pleban in Faulborn (Phaltburnen) und für den Fall, daß sich genannte vier nicht einigen können als fünfter Conrad, Pleban in Zoteinstede (Zottelstedt).

Datum 1313 VIII Kal Martii.
(heute 22.02.1313)
mit Gelbes Wachssiegel, stark angebrochen.

Stadtarchiv Nordhausen/Harz
 

Archivalien-Signatur:
1.1./ I Lf 9

Bestandssignatur:
StadtA NDH
Best. 1.1. Sign. I
1372 1372 vermerkt das „Rote Buch" der Stadt Weimar:
Yn deme dorffe gen­syt dez baches, da Hans Tuting sitzet und da die mul gelegen, da hebin unssir heren alle gerichte yn felde und yn dorffe." (In dem Dorfe jen­seits des Baches [Pfiffelbach], da Hans Tuting wohnt und wo-die Mühle liegt, da haben unsere Herren alle Gerichte [Ober- und Niedergericht] im Felde und im Dorfe).
Gemeint sind hier die beiden Mühlen

in der Niedermühle konnte ich als Jugendlicher noch an einem Balken die Inschrift erlesen:
HIER STEHE ICH IN GEFAHR BEI GROSSEM WASSER...
und dann noch ...
JOHANN MICHAEL HAGE ANNO MDCLI (1651)

Im Jahre 1982 wurde die Niedermühle abgerissen.

„Rote Buch"
der StadtWeimar
1525 Aus der Zeit des Bauernkrieges ist noch ein interessanter Bericht erhalten:
Darin beschwert sich am 25. September 1525 der Zottelstedter Dorfbäcker namens Becker (Gedenkstein in der Kirchenwand ,Michael Beckerin`?) beim Kurfürsten Johann über ein auferlegtes Strafgeld von 10 Altschock (1Schock=60 Groschen), das ihm von Niedertrebra auferlegt wurde:
„... Ich bin drei Jahr lang Euer kurf. Gnaden Bäcker zu Zottelstedt gewesen und noch, und habe den halben Teil des verdienten Brotes allezeit ins Amt Roßla getreulich entrichtet..."
(Steuerlast: 50 Prozent vom Reinverdienst, ganz nett für die gute alte Zeit!).
 Daraufhin schrieb der Kurfürst am 27. September an den Herzog von Weimar: „... Die Leute zu Roßla, und die, welche in dieses Amt gehören, sind nicht aufrührerisch gewesen ...", und bittet ihn dann weiterhin, das Strafgeld zu erlassen.
Der Bäcker bekam recht.
 
Quelle
1535 Präsentation und Bestätigung des Adam Heß als Pfarrer für die zusammengelegten beiden Pfarreien Mattstedt und Zottelstedt EKM Landeskirchenarchiv

Archivalien-Signatur:
885

Bestandssignatur:
6-11-0035

1558 Roßla (Ober- und Niederroßla): Auseinandersetzungen der Dorfschaften Ober- und Niederroßla, Zottelstedt, Pfiffelbach und Mattstedt mit dem Amt Roßla (Niederroßla (b. Apolda)) wegen der Fron und wegen des Fischwassers, auch Gesuche der Fischpächter wegen des Erlasses des Pachtgeldes Thüringer Staatsarchiv

Archivalien-Signatur:
139

Bestandssignatur:
6-11-0032

 

1569 Vor der Regierung Weimar verhandelt:
Differenzen zwischen den Besitzern der Obermühle zu Zottelstedt und der Gemeinde Gebstedt über den Mühlzwang.
Pachtverpflichtung des Müllers Hans Schiefferdecker über Johann Neumairs Mahl- und Ölmühle in Zottelstedt,

Das Dokument enthält u. a.: Kaufvertrag über die Obermühle in Zottelstedt
Thüringer Staatsarchiv
Archivalien-Signatur:
B 7958

Bestandssignatur:
6-12-3009

1612

Das Amt Roßla umfasste 1617 die Dörfer Niederroßla, Oberroßla, Pfiffelbach, Wickerstedt, Stadt, Berg und Dorfsulza.

In diesen Orten waren dem Amt Roßla 732 Stück Mannschaften und gesessenen Wirten und Wirtinnen botsmäßig unterworfen, die durch Frohnarbeit die gesamteFeldarbeit mit verrichten mussten.
In Zotteistedt waren es 105 Bürger, die botsmäßig unterworfen waren (in Mattstedt 70

 

   
29.05.1613

Zur Thüringer Sündfluth

Es war am 29. Mai Sonnabend vor Trinitatis des Jahres 1613, als sich gegen Mittag nach allen Richtungen hin am Horizonte furchtbare Gewitterwolken auftürmten, bis endlich der ganze Himmel davon eingenommen war. Nachmittag von 4 Uhr an entlud sich dann ein so entsetzliches Donner und Hagelwetter, dass viele glaubten, der jüngste Tag müsse herannahen. Der Hagelschlag dauerte an manchen Orten fünf Stunden lang. Da, wo derselbe weniger heftig wütete, goss der Regen in Strömen bis morgens um 3 Uhr mit solcher Fülle herab, dass eine wahre Sündfluth alles überschwemmte und nicht nur an Feldern und Wiesen, sondern auch an den Häusern schrecklichen Schaden anrichtete. Je weiter der Ilm entlang, desto höher stieg die Flut. Im Bericht zu Niederroßla -steht, dass die Wasserflut am Schlosstor vier Ellen (ca. 2 m) hoch gestanden hat.

In Zotteistedt hat die Wasserflut die Badestuben an allen Gebäuden weggeführt und außerdem 24 Wohnhäuser und 21 Scheunen mit hinweggenommen.

Im Nachbarort Mattstedt sind 25 Personen ertrunken.

Der Schaden im Schloss zu Niederroßla wurde auf 10.387 Gulden errechnet. Das Amt Roßla umfasste 1617 die Dörfer Niederroß1a, Oberroßla, Pfiffelbach, Zottelstedt, Mattstedt, Wickerstedt, Stadt, Berg und Dorfsulza.

In diesen Orten waren dem Amt Roßla 732 Stück Mannschaften und gesessenen Wirten und Wirtinnen botsmäßig unterworfen, die durch Frohnarbeit die gesamte Feldarbeit mit verrichten mußten.

Tn Zotteistedt waren es 105 Bürger, die botsmäßig unterworfen waren in Mattstedt 70.

Entnommen aus der Chronik Niederroßla

vom Helmut Ritzel

1618 In Zottelstedt wurde Quiring Jakob zu 1 Gulden und 19Gr. Strafe verurteilt, weil er Samuel Stibritzen und Konsorten "öffentlich Schuld gegeben", sie hätten mit dem Hafer, den sie nach Altenbarg gefahren im Auftrag des Amtes Roßla, "parthyrerei" (Hehlerei) getrieben.
     
1632

 Im 30jährigen Krieg, nach dem Tode Gustavs Adolfs, traten die Heerführer  oft mit unmenschlicher Grausamkeit auf (Schwedentrunk usw.)

Der Amtschlößer von Roßla beschwert sich beim Herzog Wilhelm von Weimar, dass schwedische Reiter in Oberroßla, Zotteistedtt, Mattstedt und Wickerstedt geplündert, dabei einige Bauern übel geschlagen und in Sulze sogar einen Mann erschossen hätten. In Mattstedt wurde Kirche und Pfarrhaus geplündert.
Entnommen aus der Chronik Niederroßla

 

1648 Herzog von Sachsen-Weimar baut in Zottelstedt ein Jagdschloss. 1820 wurde es als Gutshof verkauft und 1946 im Rahmen der Bodenreform von den russischen Besatzern abgerissen.
1663 Akzidentienklage und Beleidigungsklage in Zottelstedt und Apolda

1664 Bei einem Brand wurde 34 Häuser zerstürt  
1667 Christoph Hörmigk, Lehrer aus Niederroßla beklagt und streitet vor Gericht wegen "Irrungen mit Pfarrei und Amt Zottelstedt - Zottelstedter Streit 1667

1671 Severin Gruber, aus Schlöben beklagt/beschuldigt Hans Töpfer aus Zottelstedt in einer Schwängerungssache vor Gericht
1682
Aussage von Toffel Löbnitz, Zottelstedter Pachtmüller der Obermühle zu Wickerstedt, zur angeblichen Forderung des verstorbenen Forstmeisters Hans Bastian Stockmar wegen Eichenholz zum Bau der Mühle
 
Thüringer Staatsarchiv

Archivalien-Signatur:
B 2427m

Bestandssignatur:
6-12-3007

     
1686 Regelung: Der Zehnte des Erfurter Stiftes U. L. Fr. in Mattstedt und Zottelstedt Thüringer Staatsarchiv

Archivalien-Signatur:
D 1014

Bestandssignatur:
6-12-3026

 

1695 Fruchtzinsen des Stiftes U. L. Fr. zu Erfurt in Mattstedt und Zottelstedt, die dem vormaligen Amtmann zu Rossla, Basil Güpner pachtweise überlassen sind Thüringer Staatsarchiv

Archivalien-Signatur:
D 1036

Bestandssignatur:
 6-12-3026

 

1709 Appellationsgericht Eisenach
Sache der Justine Marie Born geborene Martersteig gegen einige Erfurter Censiten zu Pfiffelbach, Zottelstedt und Mattstedt
Thüringer Staatsarchiv

Archivalien-Signatur:
D 1065

Bestandssignatur:
6-12-3026

 

1714 Auflagen der Regierung Weimar:
Maßnahmen zur Verhütung der Feuergefahr:
Entfernung der Schindeldächer u.a. in Zottelstedt

 

Thüringer Staatsarchiv

Archivalien-Signatur:
B 5024

Bestandssignatur:
6-12-3009
1733

Hier ruhet

der Hochwohl
gebohrne  Herr,
Herr
Johann Friedrich Wilhelm

von  Menius,

welcher 1687, d. 1. Sept.: von Adel:
Eltern zu Auerstedt gebohren,

zu Dresden als Cadet seine exercitia
erlernte,

als Lieujenant bey der Königliche:
Cavallerie

in Pohlen 9 Jahre gedienet,

und endlich 1733 d.9. Jan alhier

als ein guter Streiter Christi
die Welt überwunden

seines Alters
45 Jahr 4
M 8T

 

Kirche Zottelstedt

warum der Adlige

Johann Friedrich Wilhelm

von  Menius

damals in der Kirche Zottelstedt beigesetzt wurde,

konnte ich bisher nicht herausfinden

 

Infos zur
Familie von Menius

 

1740 Berichte über die im Amt Roßla befindlichen Zwangsbacköfen und deren Gerechtigkeit
(enthält Zottelstedt)
Thüringer Staatsarchiv

Archivalien-Signatur:
B 5110

Bestandssignatur:
6-12-3009

 

1749 Obervormundschaftskollegium Weimar verhandelt:
Mühlzwang der Mahl - und Öhlmühle in Zottelstedt für die Gemeinde Rudersdorf sowie die Zinsrückstände und Lehngeldschulden des Müllers Johann Gottfried Koch

Thüringer Staatsarchiv
Archivalien-Signatur:
B 7959

Bestandssignatur:
6-12-3009
1749

Die Mühlzwangsgerechtigkeit der Mühle zu Zottelstedt über das kursächsische Dorf Rudersdorf

 

Thüringer Staatsarchiv

Archivalien-Signatur:
402

Bestandssignatur:
6-12-4026

 

Juni1759

Werber in unserer Gegend.

Je länger der 7 Jährige Krieg dauerte, desto mehr schmolz das Heer Friedrichs zusammen. Es galt für ihn, immer neue Soldaten zu gewinnen. Werber zogen durch die Länder und schleppten Rekruten zusammen, besonders aus den sächsischen Landern. Das weimarische Land wurde zunächst von den Werbungen verschont. Die Werber zogen mit ihren Opfern meist eilig durch unsere Dörfer. Man mußte ihnen Karren und Pferde zur Verfugung stellen, damit sie schnell vorwärts kamen.
Am 28. Mai 1759 kamen durch Wickerstedt von Eckardtsberga her ein preußischer Wachtmeister und ein Korporal mit 4 Rekruten.
Durch Zottelstedt kam am 8. Juni ein preußischer Fourier Müller mit 13 Rekruten. Man musste ihm bis Gebstedt einen Karren und 1 Pferd zum Transport mitgeben.
Den 7. Juni übernachtete in Niederroßla ein Leutnant mit 11 Rekruten. Er bezahlte alles. Bis Zottelstedt mussten ihm ein Pferd, 1 Karren und I Reitpferd gestellt werden.

Ein Fähnrich vom Freibataillon Colügnon rückte am 15. Juni hier durch. Er brauchte 2 Boten, 2 Pferde und 2 Karren, die er auch bekam.
In Gebstedt kamen von Zottelstedt her an: Am 8. Juni ein blau montierter Husarenleutnant mit 12 Rekruten, am 11. Juni ein Werber mit 2 Rekruten und am 16. Juni ein blau montierter Husar mit 18 Angeworbenen. In jedem Falle mussten Pferde und Karren zum Transport mitgegeben werden.

Bald nahm man auch auf das Weimarische Land keine Rücksicht mehr. Der Stadtrat von Apolda berichtet am 12. Juli 1759, daß ein Leutnant Christian Sieg vom Collignonschen Freibataillon einen Werbeplatz habe aufrichten wollen. Es wurde ihm dies vom Stadtrat verweigert. Man bat ihn, den Werbeplatz doch lieber im nahen sachsischen anzulegen. Er bestand aber auf seinen Willen, doch stellte er zunächst die Werbung ein, bis aus Weimar Befehle gekommen seien. Allerdings auch die Regierung trat auf den Standpunkt des Stadtrates. Man berief sich auf die von Friedrich dem Großen und dem Prinzen Heinrich gegebene Versicherung, Weimar und Umgebung mit Anwerbung zu verschonen.

 

Quelle
1760

Im 7 jahrigen Krieg am 25. Nov. 1760 erschienen abends 10 Uhr bei dem Gerichtsschöppen Abraham Huche in Zottelstedt fünf Husaren vorn Herzoglich Württembergischen Korps und forderten einen Boten. Dieser erklärte den Husaren, der Bote stände im Gasthofe bereit. Der Gerichtsschöppe führte die Husaren dahin. Plötzlich zog ein Husar den Säbel und hieb auf den Gerichtsschöppen ein. Dieser bat und beruhigte die Husaren, der Bote wäre ja bereit. Im Gasthofe ließ er jedem Husaren ein Glas Brandwein reichen.

Ehe diese abrückten, gab der Kommandierende den Befehl, das auf ihrem Rückwege  eine gebratene Gans parat sein müsse, wo nicht, so sollte man darum angesehen werden. Der Gerichtsschöppe befahl, die Gans zu braten. Morgens um 3 Uhr kamen die Husaren wieder und verzehrten diese. Auch Brandwein und Futter für Ihre Pferde erpressten sie noch.
Die Gesamtzeche betrug  1Tlr und 13 gr.

Ein Schöppe war im hohen und späten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit in den Dörfern eine Person, die mit Aufgaben in der Rechtsprechung, aber auch (da damals rechtsprechende und exekutive Gewalt nicht getrennt waren) mit Verwaltungsaufgaben betraut war.

 
Quelle
Chronik Amt Roßla
entnommen von Helmut Ritzel

1765 Auflistung
Oßmannstedter Pfarrerbzinsen in Oberroßla und Zottelstedt
EKM Landeskirchenarchiv

Archivalien-Signatur:
O. 146

Bestandssignatur:
11-028

 

1778 Regierung Weimar verhandelt:
Legung von Fachbäumen durch den Müller Johann Michael Hage als Besitzer der beiden Mühlen in Zottelstedt bei der Obermühle in Zottelstedt und in Sulza
Thüringer Staatsarchiv
  Archivalien-Signatur:
B 7960
Bestandssignatur:
6-12-3009
1779 Regierung Weimar verhandelt:
Differenzen über die Verpachtung des Backhauses und die Backgerechtigkeit zu Zottelstedt
Thüringer Staatsarchiv
 Archivalien-Signatur:
B 7961
Bestandssignatur:
6-12-3009
1779 Gerichtssache:
Vorstellung der Gemeinden Pfiffelbach, Zottelstedt und Eberstedt wegen des verbotenen Flachsröstens

Enthält u. a.: Vorstellung der Gemeinden Pfiffelbach und Zottelstedt wegen des ihnen in dem zum fürstlichen Kammergut Niederroßla gehörigen Schmerlenbach untersagten Flachsröstens

Thüringer Staatsarchiv

Archivalien-Signatur:
B 6999

Bestandssignatur:
6-12-3009

 

1787 Geheimes Consilium Weimar verhandelt:
Differenzen zwischen dem Obermüller Johann Michael Hage zu Zottelstedt und dem ehemaligen Pfarrer Wangemann zu Gebstedt über den Mühlenzwang
Thüringer Staatsarchiv
Archivalien-Signatur:
B 7962
Bestandssignatur:
6-12-3009


 

1798 Übersicht des Geheimen Consiliums Weimar
Zunft der Leineweber im Herzogtum Sachsen-Weimar,
Vol. 1 (enthält auch Zottelstedter)
Thüringer Staatsarchiv
Archivalien-Signatur: B 5185

Bestandssignatur: 6-12-3009

 

1805  

Die schon nahen Differenzen mit Frankreich, und die dadurch notwendig gewordene Mobilmachung der ganzen Armee zogen das Haupt-Augenmerk auf sich. Schon im Februar wurden Recruten ausgehoben um sowohl die Infanterie als auch die Cavallerie vollzählig zu machen. Zu den außerordentlichen Mobilmachungskosten musste der schutzpflichtige Staat ½ und 1/5 beitragen. In Folge der Mobilmachung und der im vorhergehenden Jahre stattgehabten Miß-Erndte fand in diesem Jahre eine Hungersnoth statt, so dass der Scheffel Roggen 5 – 6 Reichsthaler kostete.

 

Quele Tagebuch

1806 Die Schlacht bei Jena und Auerstedt fand während des Vierten Koalitionskrieges am 14. Oktober 1806 in der Nähe der Orte Jena und Auerstedt statt.
Zottelstedt und die Schlacht:
Am 14. Oktober 1806 (Schlacht bei Jena und Auerstedt) rückten immer mehr Truppen an und wollten in Nieder- und Oberroßla Quartier beziehen. Beide Dörfer waren aber schon besetzt, und so mussten die später anrückenden andere Unterkunft suchen.  Bei Mattstedt und Zottelstedt bezogen sie die umliegenden Höhen, Teile von ihnen machten sich im Dorfe breit. Die allgemeine Verrohung im Kriege ließ die Soldaen nicht lange nach „Mein und Dein" fragen. So mußten auch hier die Bürger der Gemeinden tüchtig herhalten, und die Dörfer waren froh, als die Truppen abgezogen waren.

 

1806 zogen nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt sowohl die fliehenden preußischen als auch nachrückende napoleonische Truppen des Marschall Louis-Nicolas Davout durch Zottelstedt

 

1818

Die Völkerschlacht bei Leipzig, auch als Schlacht von Leipzig bekannt, vom 16. bis 19. Oktober 1813 war eine der wichtigsten Schlachten während der Befreiungskriege. Dabei kämpften die Truppen der Allianz, im Wesentlichen Russland, Preußen, Österreich und Schweden, sowie kleinere Fürstentümer gegen die Truppen des napoleonischen Frankreichs und seiner Verbündeten

Mit bis zu 600.000 beteiligten Soldaten aus über einem Dutzend Ländern war dieser Kampf bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wahrscheinlich die größte Schlacht der Weltgeschichte. In dieser wichtigen Schlacht des Befreiungskrieges gegen die napoleonische Herrschaft brachten die zahlenmäßig überlegenen verbündeten Heere der Russen, Preußen, Österreicher, und Schweden Napoleon Bonaparte eine schwere Niederlage bei, die ihn dazu zwang, sich mit der verbliebenen Restarmee und ohne Verbündete aus Deutschland zurückzuziehen.

In der Schlacht wurden von den rund 600.000 beteiligten Soldaten 92.000 getötet oder verwundet.

Zum einhundertsten Jahrestag wurde 1913 in Leipzig das 91 Meter hohe Völkerschlachtdenkmal fertig gestellt. Dieses Wahrzeichen wurde in der Nähe des Gebietes errichtet, in dem die heftigsten Kämpfe stattfanden und die meisten Soldaten fielen.
1816 Ehescheidungen
im Weimarer Landesteil des Großherzogtums 1816

Johann Friedrich und Wilhelmine Härtel, geb. Wirsing, aus Rastenberg und Zottelstedt
Kreisgericht Weimar

 

Thüringer Staatsarchiv

Archivalien-Signatur: B 2602

Bestandssignatur: 6-12-3007

 

1820 Herzog von Sachsen-Weimar baute 1648 in Zottelstedt ein Jagdschloss. 1820 wurde es als Gutshof verkauft und 1946 im Rahmen der Bodenreform von den russischen Besatzern abgerissen.  
1822 Das Sonnenkalbsche Gesuch zu Zottelstedt um stille Copulation EKM Landeskirchenarchiv
Archivalien-Signatur: 1081 Bestandssignatur: 11-035

 

1824 Das Heidelmannsche Gesuch um einen Kirchstuhl zu Zottelstedt EKM Landeskirchenarchiv

Archivalien-Signatur:
513

Bestandssignatur:
11-035

 

1825 Die Gründonnerstagsfeier zu Zottelstädt
Regelungen

 
EKM Landeskirchenarchiv

Archivalien-Signatur:
613

Bestandssignatur:
11-035

 

1826 Heiners Dispensationsgesuch zu Zottelstedt
(Befreiung vom Wehrdienst)
EKM Landeskirchenarchiv
Archivalien-Signatur: 1108

Bestandssignatur: 11-035

 

1827

Urkunde
Die Paul'schen Eheleute in Ködderitzsch und Zottelstedt

 

EKM Landeskirchenarchiv

Archivalien-Signatur: 1122

Bestandssignatur: 11-035

 

1828 Urkunde
Die Privatkonfirmation der Tochter des Obermüllers Hage zu Zottelstedt Friederike Dorothea Freya
EKM Landeskirchenarchiv

Archivalien-Signatur:
204

Bestandssignatur:
11-035

 

1829 In der Schenkengasse branden 13 Häuser mit Nebengebäuden ab.
1830 Ablösung der Erbpacht des Ritterguts Zottelstedt EKM Landeskirchenarchiv

Archivalien-Signatur: O. 165

Bestandssignatur: 11-028

Datierung: 1830

 

1831 Zottelstedter Zinsbuch der Pfarrei Mattstedt EKM Landeskirchenarchiv
Archivalien-Signatur: M. 53 Bestandssignatur: 11-028

 

1831 Urkunde
Die Verehelichung des Kantor-Substitut Stefani in Zottelstädt
EKM Landeskirchenarchiv

Archivalien-Signatur:
687

Bestandssignatur:
11-035

 

1831 Gerichtssache
Die Nuseck-Walthersche Eheverspruchs-Sache in Zottelstedt und hier .
Klage der Familien Nusek gegen Walther wegen Nichteinhaltung Eheversprechen
EKM Landeskirchenarchiv

Archivalien-Signatur: 904

Bestandssignatur: 11-035

 

     
1835 Meisterrechtsgesuch des Schneidergesellen
Karl August Kanold aus Zottelstedt
Thüringer Staatsarchiv

Archivalien-Signatur: I-29-95
Bestandssignatur: 11

 

1836

Urkunde
Die Verheiratung des Mühlknappen Fichtelmann zu Zottelstedt

 

EKM Landeskirchenarchiv
Archivalien-Signatur: 1028

Bestandssignatur: 11-035

 

1837 Der geschiedenen Dorothee Reichmann geb. Berger in Zottelstedt Dispensationsgesuch EKM Landeskirchenarchiv
Archivalien-Signatur: 1037 Bestandssignatur: 11-035

 

1841 Es branden 14 Häuser mit Nebengebäuden ab, von Futterhecker bis Benjamin Groll. Nach diesen Brand ist die „Neue Straße“ errichtet worden..
28.03.1841

Staatsministerium Weimar
Wiederaufbau der durch Brand zerstörten Dörfer und Gebäude

 

 
  Schon 1828 regte Friedrich List den Bau einer Eisenbahnlinie von Norden nach Süden an. Jedoch scheiterte der Plan an der damaligen Zerissenheit Deutschlands und erst am 20. Dezember 1841 erfolgte der Abschluss eines Vertrages zwischen den Staaten Preußen, Kurhessen, Sachsen-Weimar-Eisenach und Sachsen-Coburg-Gotha, der Einzelheiten für den Bau und den Betrieb der thüringischen Eisenbahn festlegte. Die neue Eisenbahnlinie sollte von Halle über Weißenfels-Weimar-Erfurt-Gotha-Eisenach nach Gerstungen führen, wo ein Anschluss an die hessische Bahn nach Kassel erfolgen sollte. In fast allen Städten längs der geplanten Bahnlinie traten Aktienvereine zusammen und wählten einen provisorischen Ausschuss, der am 25.03.1842 in Erfurt zusammentrat und beschloss, die Bahn durch eine Aktiengesellschaft bauen zu lassen.
Viele Unternehmer Apoldas kauften Eisenbahnaktien im Gesamtwert von etwa einer 1 Million Taler. Am 20.08.1844 wurde von Preussen die Konzession zum Bau der Bahn erteilt. Einen Monat später konstituierte sich die Thüringische Eisenbahngesellschaft. Erster Betriebsdirektor und Oberingenieur war August Möns (1844-1865) und die Direktion nahm ihren Sitz in Erfurt auf. Angesichts der langwierigen Verhandlungen mit den Landespolizeibehörden und Grundbesitzern befürchtete man, dass sich die Betriebseröffnung um ein weiteres Jahr verschieben könnte. Daher gestatteten die Regierungen der Thüringischen Eisenbahngesellschaft schon vor Abschluss der Prüfungsverfahren an den schwierigsten Stellen, wo Brücken zu bauen und grosse Erdmassen zu bewältigen waren, mit den Bauarbeiten zu beginnen.
So konnte der erste Spatenstich Anfang Oktober 1844 erfolgen. Die Eisenbahnstrecke führte von Halle bis Weißenfels (31,9 km) durch Flachland und konnte am 20. Juni 1846 eröffnet werden. Ab Weissenfeis wurde das Saaletal benutzt und bis Bad Sulza machte sich eine sechsmalige Überbrückung der Saale erforderlich.
Geplant war, die Bahnstrecke von Großheringen nach Weimar an der Ilm entlang zu führen. Auch Zottelstedt würde die Strecke  direkt tangieren und der Bahnhof Apolda sollte an der Poche bei Mattstedt gebaut werden. Bei der Bevölkerung erregte diese Planung Bestürzung und Aufruhr . Die Apoldaer Industriellen reichten bei der Regierung in Weimar mehrere Petitionen ein, um zu erreichen das die Eisenbahnlinie näher an Apolda herangerückt wird. In Zottelstedt wollte nur der Müller eine so unmittelbare Bahnanbindung. Die Bauern sahen die hohe Geräuschbelästigung und Scheuen des Viehs. Die Apoldaer verpflichteten sich sogar eine Reihe von Jahren von jedem hier ankommenden oder abgehenden Zentner Frachtgut einen Groschen mehr zu bezahlen.
Die Bemühungen der Apoldaerwaren von Erfolg gekrönt, denn die Grossherzogliche Regierung in Weimar fällte die folgende Entscheidung: "Der dringende Wunsch der Stadt Apolda, das die Linie der thüringischen Eisenbahn über Apolda geführt werden möge, soll in Erfüllung gehen ohne das der Stadt besondere Opfer angesonnenen werden." Die versprochenen Abgabe von einem Groschen pro Zentner sollte dennoch erhoben werden und einem wohltätigen Zweck zugeführt werden. Von diesen freiwillige Spenden wurde das städtische Krankenhaus gebaut, welches 1854 feierlich eröffnet wurde.
Rund 2000 Arbeiter begannen nördlich der Stadt mit dem Bau der Eisenbahnlinie. Gewaltige Erdmassen mussten bewegt werden um die Einschnitte bei Heusdorf, Apolda und Oberroßla herzustellen. Zwischen Naumburg und Apolda wurde die Linie eingleisig und von Apolda bis Erfurt zweigleisig gebaut.
Zwischen dem Apoldaer Bahnhof und der Niederrosslaer Straße etwa erfolgte die Schüttung eines gewaltigen Erddammes. An der Kreuzungsstelle der Eisenbahnstraße mit dem Herressener Bach und der heutigen Buttstätter Straße wurde der Bau eines Viaduktes notwendig.
Am 20. Mai 1845 wurde begonnen ein Pfahlrost zu errichten, da sich der Baugrund als sehr ungünstig erwiesen hatte. Man fand nur lose Bodenarten (Treibsand und Moorschichten). Bis zum 25. Juni 1845 waren 426 Eschenholzpfähle 8,80 m tief eingerammt worden und es konnte der Grundstein für den Mittelpfeiler am 30. Juni gelegt werden.
1853 In der Schenkengasse branden erneut 2 Häuser ab
1856 Staatsministerium Weimar, Departement des Innern Angelegenheiten des Handwerks im Zweiten Verwaltungsbezirk

Enthält u.a.: Differenzen mit Strumpfwirkern in Zottelstedt

Thüringer Staatsarchiv

Archivalien-Signatur: B 5637c

Bestandssignatur: 6-12-3009

 

1856 bis
1861
Es ist die Grundstückszusammenlegung ausgeführt worden.
20.02.1857 Zottelstedts Sänger in Niederroßlaals Elefanten-Kitzler  unterwegs...
In der Chronik von Niederoßla heißt es dazu:
"Die Zottelstedter Sangesbrüder waren auch mit dabei, wo in Niederroßla die Elefantenkitzelei betrieben wurde. Der Atheni der Heimat weht über uns alle dahin.
1857 bestand ein enges Gemeinschaftsgefühl, damals um unsere Orte Niederroßla, Zottelstedt und Mattstedt. Gemeinsam stellten sie eine stattliche Sängerschar. Nicht Wind und Wetter scheute man, um die gemeinschaftlichen Singestunden zu besuchen. Frohsinn und Heiterkeit wurden gepflegt und dabei die edle Sangesgunst so stark betrieben, daß man selbst vom Altmeister Liszt ein bedeutendes Lob erntete. Sein Bild mit eigenhändiger Unterschrift schenkte er dem Vereine. Mit seiner Festrosette schmückten er beim 1. Thüringischen Bundes- Sängerfeste die Fahne des Gesangvereins.
Wenn auch die Elefantenkitzelei dann einen düsteren Schatten der Sorge über die Sängerschar ausbreitete, so verwandelte sich doch alles wieder in Freude, als man 1859 aus Weimar von der Verhandlung nach Hause zog. Der Prozeß war gewonnen worden.

Die Elefantenbegebenheit dazu war folgende:
Chronik Niederroßla:
Am 20. Febr. 1857 war der Elefant von Apolda durch Niederroßla und sollte nach Buttstädt zur Schau ausgestellt werden. Kurz vor, der Brücke in Niederroßla brach. der Elefant zusammen, weil er des nachts vorher eine Übermahlzeit an Runkein zu sich genommen hatte. Dieses war der Anlaß, daß das Tier stürzte. Der Tierbesitzer bemühte sich mit hilfsbereiten Dörflern von Niederroßla, das Tier weiter voranzubringen. Als gar eine Schar Sänger leicht angetrunken, es war gerade Fastnachtstag, dazukam, wurden die Mähen zum derben Jucks. Die lustigen Sänger trieben das Tier durch Kitzeln und Heben erbarmungslos weiter. Hatte ihnen doch der Gemeindevorsteher von Niederroßla heimlich zugeflüstert, der Rüsselträger müsse unbedingt über die Gemeindegrenze gebracht werden, da sonst die Gemeinde den Schaden zu tragen hätte."

Das Tier verstarb am Ortsausgang Niederroßlas. Eine diesbezügliche Klage beschäftigte lange Zeit die Juristen. Uneinigkeit zwischen Apolda und Niederroßla war geraume Zeit die Folge.
Schließlich siegte der Humor und die Niederroßlaer begehen im 25 Jahres Rhythmus nach diesem Ereignis ihr Elefantenfest.

1857 Baulichkeiten an Kirche und Pfarrei zu Zottelstedt
(dokumentiert  bis 1920)
EKM Landeskirchenarchiv

Archivalien-Signatur: Z 15

Bestandssignatur: 6-13-2303

 

1857 Verpachtung der Pfarräcker in Zottelstedt; Besoldungstabelle von Mattstedt EKM Landeskirchenarchiv

Archivalien-Signatur: M. 24

Bestandssignatur: 11-028

 

1859 Der Prozess wegen der Elefantenkitzelei in Niederroßla wurde von den Sängern Niederroßlas und Zottelstedts gewonnen. Es wurde festgestellt, dass der Elefant alleine durch die übermäßige Futteraufnahme in der Unterkunft in der Nacht vorher verstorben ist. Das war Grund zum Feiern...  
1860 Zottelstedt bekam den 1. Pastor in Person von Moritz Körner. Früher bildete Zottelstedt mit Mattstedt eine Kirchgemeinde.
Die benötigte Pfarrwohnung wurde von Karl Schuster für 3000 M erkauft.
1860 Gerichtssache
Untersuchung gegen den Wirkergesellen Friedrich Gottlieb Goetze und den Nadlergesellen Heinrich Friedrich Merkel aus Apolda sowie gegen den Zimmergesellen Johann August Boetticher aus Zottelstedt wegen Kirchendiebstahl
Appellationsgericht Eisenach

Archivalien-Signatur: B 2883/33/III

Bestandssignatur: 6-12-3007

 

27.06.1861

Der Gesangsverein erhält beim
Ersten allgemeinen thüringischen Männergesangsfest eine "Ehrenschleife für Ihre tüchtige Leistung". Franz Liszt ist mit der Vergabe der Siegertitel nicht einverstanden.
Er sieht Zottelstedt/Niederroßla auf dem Siegerpodest. Entschlossen spendiert er selbst einen Preis.

Er ehrt später den Zotelstedter/Niederroßlaer Gesangsverein  mit einem Lisztbild mit dessen original Unterschrift und einer Ehrenschleife für die Vereinsfahne.

1883 trennten man sich.
Niederroßla nahm die Vereinsfahne mit Schleife und Zottelstedt das Liszt-Bild.
Ob das Bild noch existier oder was damit später geschah ist unbekannt.    

1866 Wurde die Straße von Zottelstedt nach Apolda gebaut. Vorher führte der Weg über Mattstedt nach Apolda. Die Mattstedter kassierten dafür Wegegeld. Die Obermühle steigerte durch die verstärkte Herstellung von Rapsöl ihren Umsatz. Die Mattstedter wollten vom wachsenden Reichtum mit Wegegelderhöhungen, wegen dem zunehmenden Fuhrbetrieb, profitieren.
Da beschloss man in Zottelstedt eine eigene Chaussee nach Apolda zu bauen verbunden mit dem Bau einer Brücke über die Ilm.
1870 Der Kopf des Seierturms  wird erneuert nach Sturmschaden
 
1870 Notiz Dokument in Seierturmkopf
Großer Krieg zwischen Deutschland und Frankreich,
Krieger von hier (Zottelstedt):
Friedrich Helmich,und Friedrich Nussak.

Ersterer lebt-noch,

letzterer fort seit etwa zwei Jahren.

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Ich mußte erstmal nachlesen, was damit gemeint war...
Hier dieErläuterung:
Großer Krieg zwischen Deutschland und Frankreich, gemeint ist hier der Deutsch-Französische Krieg von 1870 bis 1871der eine militärische Auseinandersetzung zwischen Frankreich einerseits und dem Norddeutschen Bund unter der Führung Preußens sowie den mit ihm verbündeten süddeutschen Staaten Bayern, Württemberg, Baden und Hessen-Darmstadt andererseits war.
Auslöser des Krieges war der Streit zwischen Frankreich und Preußen um die spanische Thronkandidatur des Prinzen Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen.
Am 19. Juli 1870 erklärte Frankreich Preußen den Krieg. Entgegen der Erwartung des französischen Kaisers traten die vier süddeutschen Staaten in den Krieg ein. Währenddessen blieben die übrigen europäischen Mächte neutral.
Innerhalb weniger Wochen im Spätsommer 1870 besiegten die deutschen Verbündeten große Teile der französischen Armeen. Nach der Schlacht von Sedan in Nordfrankreich ging Kaiser Napoléon III. am 2. September 1870 in Gefangenschaft. Daraufhin bildete sich in Paris eine provisorische nationale Regierung, welche die Republik ausrief, den Krieg fortführte und neue Armeen aufstellte. Aber auch die neue Regierung vermochte es nicht, das Blatt zu wenden. Nach dem Fall von Paris fand sich die französische Regierung im Februar 1871 zum Vorfrieden von Versailles bereit.
Offiziell endete der Krieg am 10. Mai 1871 mit dem Frieden von Frankfurt.

 Die wichtigsten Ergebnisse des Krieges waren die deutsche Reichsgründung und das Ende des Zweiten französischen Kaiserreichs.
Aufgrund seiner Niederlage musste Frankreich die später als Reichsland Elsaß-Lothringen bezeichneten Gebiete an das Deutsche Reich abtreten. Dies wiederum hatte die Vertiefung der bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts währenden „Erbfeindschaft“ zur Folge.
In dem Krieg kamen fast 190.000 Soldaten ums Leben, mehr als 230.000 wurden verwundet.
Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 und dem Deutschen Krieg 1866 war der Konflikt mit Frankreich der dritte und letzte der deutschen Einigungskriege. Noch während seines Verlaufs traten Baden, Bayern, Württemberg und Hessen-Darmstadt dem Norddeutschen Bund bei.
Damit und mit der Verfassung vom 1. Januar 1871 entstand das Deutsche Kaiserreich.
Ebenfalls während des Krieges kam es mit dem Aufstand der Pariser Kommune zu einem innerfranzösischen Bürgerkrieg, der von der französischen Regierung niedergeschlagen wurde.

 

Seierturm Kopf Dokument von

1870 Namentliche Auflistung von: Bürgermeister, Gemeinderat, Vorstand Kirchgemeinde, Pfarrer, Lehrer, Schulvorstand
1871 Der Krieger- und Militärverein Zottelstedt wird gegründet
 
1872 Wilhelm Zeughardt zugezogen aus Vogelsberg

erhält den Bürgerschein von Zottelstedt

unterzeichnet vom Bürgermeister August Walther und mit Gemeindesiegel.

Bei der Anmeldung der Verpflichtung war eine Gebühr von 1 Mark zu entrichten. Wer diese Verpflichtung dann wenige Tage später durch Handschlag und an Eidesstatt gelobt hatte, dem wurde das Bürgerrecht der Gemeinde verliehen und darüber der Bürgerschein übergeben. Verbunden war damit auch das Wahlrecht.


1874 Abfindung für das bei der Separation weggefallene Stück Pfarrwiese in der Flur Zottelstedt EKM Landeskirchenarchiv

Archivalien-Signatur: P. 27

Bestandssignatur: 11-012

 

1880 Der Religionsunterricht in der Parochie Zottelstedt -Regelungen -  bis 1909 EKM Landeskirchenarchiv

Archivalien-Signatur:
317

Bestandssignatur:
11-035

 

1883 Der Vereinten Gesangsvereine Zottelstedt/Niederroßla trennen sich.
In der Chronik heißt es dazu:

"Niederroßla nahm die Vereins-Fahne mit der Ehrenschleife und Zottelstedt das Liszt-Bild mit der Original Unterschrift des Meisters und das Glückwunschschreiben des Pfarrers Müller.

Mögen beide Vereine nun in dem Geiste ihrer Vorfahren weiter arbeiten. Es gilt, eine hohe Tradition zu wahren."


 

1885 Die Zwangsversteigerung der Mau'schen Hofraithe in Zottelstedt und die damit verbundene Schädigung des Kirchärars in Pfiffelbach EKM Landeskirchenarchiv

Archivalien-Signatur: Allg. 132

Bestandssignatur: 11-012

 

1891 Am 26.4.1891 wird Pfarrer Wilhelm Richard Gramms in Bürgel eingeführt. Er war bis

dahin Pfarrsubstitut in Zottelstedt bei Apolda.

Ich bin am 4.12.1864 in Berlin geboren, Sohn des Vorstehers der Hauptkontrolle der

Berlin-Hamburger Eisenbahn a. D. Albert Gramms in Berlin. Ich besuchte das

städtische Friedrichs-Gymnasium meiner Vaterstadt bis Ostern 1885, die Unis Berlin

und Jena, bestand im Sept. 1888 das erste Theol. Examen in Weimar cum elogio, im

Okt. 1889 die zweite theologische Prüfung mit dem Prädikat „gut“ und war seither in

Zottelstedt bei Apolda erst als Pfarrvikar von Nov. 1888 bis Dez. 1889, dann bis zu

meinem Weggange als Pfarrsubstitut angestellt.

 

Chronik der Stadt Bürgel
1891 Aufstellung
Besetzung der Pfarrstelle zu Zottelstedt

 
EKM Landeskirchenarchiv

Archivalien-Signatur: Z 12 Bestandssignatur: 6-13-2303