Geschichte von 1945 bis 1990 - im Aufbau

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1946 Jahre der größten Veränderungen kommen über unser Dorf. Die Herrschaft der Nazis hat dazu geführt, dass viele Söhne und Väter unseres Dorfes in den Krieg ziehen mussten und dort ihr Leben ließen. Sie fehlte den Familien im Herz aber auch als Ernährer und Erbe.

Als Hauptopfer des Überfall Hitlers und als das größte Leid tragende Kriegspartei fordernden die Sowjets nun Wiedergutmachung in Form von Reparationszahlungen von den Deutschen. Besonders von den Deutschen in ihrem Besatzungsgebiet setzten sie dies um. In unserer Region lösten am 02.07.1945 die Sowjets die Amerikaner ab.

Am wichtigsten war den Sowjetischen Besatzern aber im ersten Schritt die Umgestaltung der deutschen Gesellschaft in ihrem Besatzungsgebiet.
Die Russische Besatzungszone sollte ein Kommunistischer Staat analog wie Stalins Sowjetunion werden. Es wurden Kommunisten und Antifaschisten als Amtsinhaber eingesetzt. Wer Widerstand leistete oder von dem man es erwarten könnte, wurde nach dem Methoden Stalins "entfernt". Denunzianten hatten es leicht, sie nutzen dies und entfernten so unliebsame Nachbarn oder Feinde.
Das Konzentrationslage Buchenwald , wo Hitler seine Feinde bis 1950 morden ließ, nutzten nun die Sowjets für unliebsame Deutsche. Vorrangig wurden dort lokale Funktionsträger der NSDAP, aber auch Jugendliche und Denunzierte interniert. Von den 28.000 Insassen starben vor allem im Winter 1946/47 über 7000 nicht nur an den Folgen von Hungerkrankheiten. Gerichtsverhandlungen mit Urteilen gab es nicht. Es herrschte Willkür, ähnlich wie es auch Hitlers Gefolgsleute vorher handhabten.

Große Veränderungen bahnen sich in Zottelstedt an
     
     
     
     
     
     
1946 Das Gesetz über die Bodenreform im Lande Thüringen wurde nun auch in Zottelstedt umgesetzt.

Die landwirtschaftliche Nutzfläche der Gemeinde betrug 488 ha. 160 ha davon gehörten zum Rittergut Fritz Knabe. Das übrige Land bewirtschafteten die Einzelbauern des Ortes.

 

Enteignung
Entsprechend dem Gesetz über die Bodenreform in Thüringen wurde Rittergutsbesitzerin Frau Knabe enteignet, da ihr Besitz größer als 100 ha war.
Des Weiteren wurde im Rahmen der Entnazifizierung der Landwirt Walter Löbnitz (Dorfplatz Nr. 39) enteignet. Er war einer der Bauern die Mitglied der NSDAP waren.
Das Land und die Grundstücke wurden Volkseigentum. Die Wohnhäuser von Frau Knabe und Walter Löbnitz wurden zerstört, indem die Dachziegel vom Dach entfernt wurden und die Gebäude so dem Verfall preisgegeben wurden. Reparatur war mit Todesstrafe verboten. Vertriebene Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, die sich Häuser in Zottelstedt bauten erhielten die Genehmigung brauchbare Baumaterialien aus diesen enteigneten Gebäuden zu entnehmen. So findet man noch heute Bauteile aus dem Rittergut in manchem Neubau aus dieser Zeit.
Das Gründstück von Walter Löbnitz wurde dem Neubauern Karl Seifart zugesprochen. Er errichtete auf dem Grundstück ein neues, viel kleineres, Eigenheim und nutzte dazu Baumaterial aus dem zerstörten Bauernhaus. Das alte Bauernhaus wurde zur Ruine.

Vergabe des enteigneten Landes
Es wurde bevorzugt an landlose Flüchtlinge aus Schlesien, Ostpreußen usw. vergeben. Sie gründeten so eine landwirtschaftliche Existenz in Zottelstedt. Aber auch an Land arme Bauern aus Zottelstedt  wurde Land zugesprochen, um durch die Aufstockung eine landwirtschaftlich rentablere Betriebsgröße zu erreichen.

Aufgestockte Betriebe

Name

Haus-Nr.

Kätscher, Max+ Hedwig

73

Kätscher, Karl + Liesbeth

100

Scholz, Willi + Paula

59

Cyllax, Werner + Else

34

Berger, Willi + Martha

102

Schuster, Erich + Hilde

103

Micheel, Max + Olga

28

Böhme, Paul + Martha

37

Hergt, Hugo + Martha

4

Wolter, Wilhelm + Marie

54

 

Bodenreform Neubauern, die 5 bis 8 ha Land bekamen

Name

H-Nr.

Geflüchtet aus

Rother, Paul + Martha

107a

Schlesien

Lang, Johann + Eugenia

114c

Siebenbürgen

Wilhelm, Joseph + Veronika

 

Siebenbürgen

Marggraff, Karl + Hedwig

117b

Neubauer Zottelstedt

Kupczyk, Artur + Marie

114a

Neubauer Zottelstedt

Dettmer, Walter- Erna

11

Neubauer Zottelstedt

Holoda, Andreas + Gerda

12

Ostpreußen

König, Otto + Franziska

32

Neubauer Zottelstedt

Kecker, Gustav + Marie

107

Ostpreußen

Götze, Karl + Rosa

107

Neubauer Zottelstedt

Rost, Erich + Elli

41

Neubauer Zottelstedt

Adam Kurt

41

Neubauer Zottelstedt

Hähne1,  Martin + Elfriede

107

Neubauer Zottelstedt

Seifart, Karl

39

unbekannt

 

Die neuen Grundbesitzer werden in den Grundbüchern registriert

Das Gesetz der Bodenreform wird in Zottelstedt umgesetzt

Enteignung

und
Landvergabe

     
1946 Schicksal der enteigneten und aus Zottelstedt vertriebenen
Familie Knabe